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Tag 14 - Vercelli - Robbio

Autorenbild: Brigitte Wanderlust
Brigitte Wanderlust
4. Juni 2022
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 30. Jan. 2023

Bereits als ich heute gegen halb 11 durch die Stadt auswärts marschiere ahne ich, das ich an diesem Tag ein "Ankunftsbier" geniessen werde - und zwar so richtig 😄


Es ist warm, die Sonne scheint. Ich bin froh, als ich nach gut 30 Minuten auf der Strasse, die Stadt auswärts führt, in einen Landwirtschaftsweg einbiege.


Es geht auf offenem Feld mit den Sonnenstrahlen durch den Tag. Nach kurzer Zeit zeigt mir ein Masten mit von Hand angebrachter Markierung den Weg. Ich denke, hoffentlich bringen sie diese Markierung wieder an wenn der Masten mal ausgetauscht wird..

Eine der wenigen Schattenmöglichkeiten auf der ersten Hälfte


Auch heute führt der Weg überwiegend an Reisfeldern vorbei. Vereinzelt gibt es Maisfelder, einige werden fast ebenso geflutet wie der Reis, was mir seltsam erscheint.

Um 13:30 komme ich ins Dorf Palestro, das einzige zwischen Start und Ende heute. Somit habe ich das Piemont verlassen und befinde mich nun in der Lombardei.

Links Reis, rechts Mais


Die Wasserhähne im Dorf geben nicht wirklich frisches (kaltes) Wasser her, weshalb ich mich in die Bar setze.

Von da aus sehe ich die Anzeige der Farmacia. Um 13:38 zeigt das digitale Thermometer 31 Grad.. Ich bin froh, bleiben nur noch etwa 1,5h. Da es noch früh am Nachmittag ist kann ich mich gut noch ein wenig ausruhen, die Beine strecken und im Schatten sitzen, bevor es auf das 2. Stück des Weges geht.


Vor der Bar stehen 2 Motorräder rum... Damit wäre es eine Sache von 10 Minuten bis nach Robbio, meinem heutigen Ziel. Und erst noch mit Fahrtwind 😂

In Palestro nach der langen Pause


Doch ich fühle mich gut. Lege jeweils ein weisses Tuch über den Kopf (das man auch gut ein wenig nass machen kann) und dann die Kappe darüber. So bin ich gegen die Sonne und die Mücken geschützt. Wobei ich auch gegen beides Produkte aufgetragen habe... Gibts eigentliche kein Kombiprodukt? Sonnencreme mit Mückenabwehr? 😄


Ich spüre, dass mich die Sonne oder das Gehen in der Sonne müde macht. Ein wenig schliesse ich die Augen.

Auch ein Teil des heutigen Weges


Um 14:15 Uhr zeigt das Thermometer noch 30 Grad (an der Sonne) und ich denke, dass ich so zwischen halb 3 und 3 weitergehen werde.

Ich esse noch die Banane, die ich in Vercelli gekauft hatte und trinke nach der Cola ein Wasser. Ein paar Minuten vor 15h setze ich meine heutige Etappe (auf italienisch: tappa) ausgeruht und mit frischer Energie fort.

Der Weg zeigt sich als angenehm. Oft gibt es ein paar Bäume oder er führt durch lichten Wald, sodass ich nicht komplett der Sonne ausgesetzt bin. Mitten im lichten Wald gibt es ebenfalls ein paar Reisfelder. Ich höre ein paar Frösche und bin froh, am Abend irgendwo etwas anderes als Frösche zum essen zu kriegen..


Ich trage auch heute, zum Schutz vor der Sonne und den Mücken, die langen Hosen. Wobei die Mücken, wie ich in einer kurzen Pause feststelle, ungeniert durch den Stoff stechen...

Einmal über den Steg und ein paar Stufen hoch - wohl das einzige aufwärts heute


Ein wenig später folge ich für 2,5km der alten Routenführung. Spuren zeigen, dass andere denselben alten Weg eingeschlagen haben. Um 16:45, später als ich gerechnet hatte, erreiche ich mein heutiges Ziel. Wobei es wichtig und gut war, dass ich mir eine lange Pause gegönnt habe.


Im Büchlein "der Wanderer", aus dem ich jeden Tag eine Geschichte mit auf den Weg nehme, steht heute als letzter Satz


Heute ist ein Tag der Lebensfreude


Endlich mal Oliven, Artischocken, Tomaten


So ist es gewesen. Es hat Freude bereitet, zu gehen, es hat mir ein zufriedenes Gefühl gegeben, vorwärts zu kommen, es hat meinem Körper gut getan eine gemütliche Mittagspause von fast 2h zu geniessen und im Schatten zu sitzen. Und später werde ich zufrieden und müde ins Bett fallen.




 
 
 

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